Was ist Islam?

„Islam“ bedeutet „Ergebung in Gottes Willen“. Ein Muslim ist also jemand, der sich Gott vollständig ergibt und Seine Ge- und Verbote als Richtschnur für sein Leben annimmt. Der Islam ist die ideale Lebensweise für jeden Menschen.

Gott sandte verschiedene Propheten zu Völkern, darunter Noah, Abraham, Moses und Jesus - Friede und Segen sei auf ihnen allen. Jeder dieser Gesandten kam mit einer Kernbotschaft: Dient Gott einzig und allein und schreibt ihm keine Partner zu!

Der letzte Prophet war Muhammad, Gott segne ihn und schenke ihm Frieden. Er gilt als das Siegel der Propheten, nach ihm wird es keine weiteren Propheten und dementsprechend keine weiteren Offenbarungen mehr geben. Auf Muhammad wurde der Koran, das unverfälschte Wort Gottes und die abschließende und vollendende Rechtleitung für die gesamte Menschheit, herabgesandt.

 



Die Säulen des Islam

Im Islam ist jede Handlung, die im Gehorsam Gott gegenüber und zu Seinem Wohlgefallen vollbracht wird, eine ”Ibadah", ein Gottesdienst. Jedoch bestimmen besondere Handlungen des Gottesdienstes, die als die ”Säulen des Islam" bezeichnet werden, das Gefüge des islamischen Lebens. Es sind:


1.Das Glaubensbekenntnis: ”Ich bezeuge, dass es nichts gibt, was mit Recht und Wahrheit angebetet wird außer (dem einen einzigen) Gott, und dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist." Muhammads Prophetentum verpflichtet die Muslime, seiner vorbildlichen Lebensweise in jeder Angelegenheit zu folgen.


2.Das Gebet ist fünfmal täglich, als eine Pflicht Gott gegenüber, vorgeschrieben. Die fünf täglichen Gebete erinnern den Menschen an seinen Bund mit Gott, beleben und stärken seinen Glauben an Ihn stets aufs Neue. Sie reinigen sein Herz und helfen ihm, der Versuchung zur Sündhaftigkeit auszuweichen und allem Unguten und Unreinen aus dem Weg zu gehen.


3.Zakah ist das jährliche Entrichten eines bestimmten Prozentsatzes vom Nettovermögen (z.B. 2,5% des Barvermögens, das einen bestimmten Betrag überschreitend ein Jahr überdauert hat), zur Läuterung der eigenen Seele und zur Reinigung des Eigentums, Zakah wird an einen bestimmten Personenkreis der Gesellschaft entrichtet: an die Armen und Bedürftigen.


4.Das Fasten während des Monats Ramadan, des neunten Monats des islamischen Mondkalenders. Es bedeutet Enthaltsamkeit von Essen und Trinken und Geschlechtsverkehr mit dem Ehepartner, täglich von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. Dabei werden Verlangen und Begierde unterdrückt. Das Fasten lehrt Aufrichtigkeit und Frömmigkeit, sowie Mitgefühl mit den Armen und Liebe. Es entwickelt ein gesundes soziales Gewissen, Geduld, Selbstlosigkeit und Selbstdisziplin.


5.Die Pilgerfahrt zu dem Haus, das von Abraham einst zur Anbetung Gottes erbaut wurde, der Ka`bah in Mekka. Sie ist einmal im Leben denjenigen vorgeschrieben, die die Mittel und die Möglichkeit dazu haben.

 

 

Quelle: World Assembley of Muslim Youth


Die Säulen des Glaubens

Im Islâm gibt es sechs Säulen des Glaubens:

 
1. Der Glaube an Allâh (Gott).
2. Der Glaube an Seine Engel.
3. Der Glaube an Seine Bücher.
4. Der Glaube an Seine Gesandten.
5. Der Glaube an den Letzten Tag.
6. Der Glaube an das Schicksal und die göttliche Bestimmung (Qadâ und Qadar).
 
1. Der Glaube an Allâh:
 
Diese Säule umfasst den Glauben, dass Allâh ein einziger Gott ist, der allein das Recht hat, verehrt zu werden. Er ist der Schöpfer und der Versorger aller Geschöpfe. Er lässt leben und sterben, und ist unvergleichlich und einzigartig in Seinen Namen und Eigenschaften.
 
2. Der Glaube an Seine Engel:
 
Allâh hat die Engel aus Licht erschaffen. Sie sind ehrenhafte Diener Allâhs, die Ihm gehorchen und Seine Befehle ausführen. Allâh beschreibt sie: „O die ihr glaubt, bewahrt euch selbst und eure Angehörigen vor einem Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind, über das hartherzige, strenge Engel (gesetzt) sind, die sich Allâh nicht widersetzen in dem, was Er ihnen befiehlt, sondern tun, was ihnen befohlen wird.“ (Sûra 66:6)
 
Allâh erschuf sie, damit sie Ihm dienen. Allein Allâh kennt ihre Anzahl. Unter ihnen sind:
 
- Dschibrîl (Gabriel); er hat die Aufgabe, den Propheten und Gesandten Allâhs die göttlichen Offenbarungen zu überbringen.
 
- Mîkâ’il (Michael); er hat den Befehl, den Regen herabkommen zu lassen.
 
- Der Todesengel; er hat die menschlichen Seelen zu sammeln.
 
- Die Träger des Thrones und
 
- Die Wächter des Paradieses und der Hölle.
 
Überdies gibt es Engel, die die Menschen beschützen, die Taten und die Äußerungen der Menschen aufschreiben und andere, die unterschiedliche Pflichten und Aufgaben zu erfüllen haben.
 
3. Der Glaube an Seine Bücher:
 
Diese Säule umfasst den Glauben, dass Allâh - der Erhabene - tatsächlich Seinen Gesandten Bücher offenbart hat, damit sie dadurch Seine Botschaft ihrem Volk überbringen. Diese Bücher beinhalten das Wort Allâhs. Sie waren zweifelsohne fehlerfrei zur Zeit ihrer Offenbarung. Wann immer ein Buch oder eine Schrift herab gesandt wurde, hat es die vorausgegangene Offenbarung aufgehoben. Die bekannten göttlichen Schriften sind:
 
- Die Tora; jenes Buch, das Allâh Mûsâ (Moses)  Frieden sei auf ihm offenbart hat.
 
- Die Zabûr (Psalmen); jenes Buch, das Allâh Dâwûd (David)  Frieden sei auf ihm offenbart hat.
 
- Das Indschîl (Evangelium); jenes Buch, das Allâh ’Isâ (Jesus)  Frieden sei auf ihm offenbart hat.
 
- Der Qurân, die letzte Offenbarung an die Menschheit, die bis zum Tag der Auferstehung bewahrt werden wird.
 
Die heute vorhandenen Bücher der Christen und Juden, also die Tora und die Bibel mit dem Alten und dem Neuen Testament, sind nicht mehr authentisch. Sie wurden verändert und entstellt. Außerdem wurden sie von Allâhs letztem Buch, dem Qurân, aufgehoben.
 
4. Der Glaube an Seine Gesandten und Propheten:
 
Die Muslime bezeugen, dass Allâh zu jeder Gemeinschaft Gesandte geschickt hat, die ihre Mitmenschen dazu einluden, einzig und allein Allâh anzubeten. Dieser Glaube umfasst auch die Verwerfung aller Götter, die neben Allâh oder statt Seiner angebetet werden. Alle Gesandten waren wahrhaftig und erfüllten ihre Pflicht vorbildlich. Allâh sandte viele Gesandte und nur Allâh kennt ihre genaue Zahl. Jeder Muslim muss an alle Propheten und Gesandten glauben. Wer einen von ihnen verleugnet, der hat in Wirklichkeit alle verleugnet. Der erste Gesandte Allâhs, der zu den Menschen kam, war Nûh (Noah)  Frieden sei auf ihm und der letzte war Muhammad  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken . Allâh sagt: „Und Wir haben ja bereits in jeder Gemeinschaft einen Gesandten erweckt: ‚Dient Allâh und meidet die falschen Götter.‘“ (Sûra 16:36)
 
Alle Propheten und Gesandten waren Menschen. Allâh zeichnete diese Menschen aus, indem Er sie zu Propheten und Gesandten berief und sie mit Wundern unterstützte. Sie hatten keine göttlichen Eigenschaften, und auch keinen Zugang zum Verborgenen. Als Letzten Propheten hat Allâh Muhammad  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  zu allen Menschen gesandt: „Sag: O ihr Menschen, ich bin der Gesandte Allâhs an euch alle, […].“ (Sûra 7:158)
 
Von allen Gesandten gibt es fünf, die besonders standhaft und entschlossen waren, die Befehle Allâhs auszuführen. Diese sind Nûh, Ibrâhîm (Abraham), Mûsâ, ’Isâ und Muhammad. Muhammad  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken war der Letzte und der Beste unter ihnen allen, und er wird auch der Beste unter allen Menschen bleiben.
 
5. Der Glaube an den Letzten Tag:
 
Die Muslime bezeugen die Wahrheit von allem, was Allâh oder Sein Gesandter  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken über den Tod sagten. Allâh erschuf Seine Schöpfung nicht ohne Sinn. Er schuf die Menschen und die Dschinn, damit sie Ihm dienen. Er versprach jenen, die Ihm und Seinen Gesandten gehorchen, das Paradies; die Hölle hingegen denen, die nicht gehorchen. Er setzte für das ganze Universum eine bestimmte Frist; sein Ende wird die Letzte Stunde einläuten. Während der Letzten Stunde werden die Menschen über ihre Taten auf dieser Welt befragt.
 
Ihre Taten werden gewogen. Wiegen jemandes gute Taten schwerer als die schlechten, so wird er Erfolg haben, während einer, dessen schlechte Taten seine guten überwiegen, seine Strafe in der Hölle bekommen wird. Wenn ein Mensch als Muslim starb, kann Allâh ihm vergeben oder ihn für eine gewisse Zeit in der Hölle bestrafen. Schließlich wird er jedoch das Paradies betreten. Der Islâm ist also Voraussetzung für die Annahme irgendeiner guten Tat.
 
Die Beschreibung des Paradieses:
 
Das Paradies oder im Arabischen Dschanna, ist der Aufenthalt, den Allâh für die Gläubigen vorbereitet hat. Im Paradies gibt es alles, was man für eine immerwährende Glückseligkeit braucht, was kein Auge jemals sah, kein Ohr je vernahm und kein Mensch sich vorstellen kann. In ihm sind reine Gefährtinnen, Flüsse aus Milch, nicht berauschendem Wein und reinem Honig und jede Art köstlicher Früchte und Fleischsorten. Seine Bewohner werden keine Erschöpfung, keine Langeweile und auch keinen Tod erfahren.
 
Die Beschreibung der Hölle:
 
Die Hölle ist der Aufenthalt, den Allâh den Islâm-Leugnern bestimmt hat, die Ihn und Seine Gesandten verleugnen, sowie auch den Sündern, denen Allâh nicht verzeiht. Ihre Speise ist unerträglich bitter und ihr Trank ist Eiter, der aus den Häuten ihrer Bewohner ausströmt. Die Hölle ist sehr tief. Die Ungläubigen und die Heuchler werden ewig darin verweilen.
 
6. Der Glaube an das Schicksal und die göttliche Bestimmung (Qadâ’ und Qadar):
 
Das Schicksal (Qadâ) ist eine allgemeine Bestimmung Allâhs, z. B. dass jeder Mensch sterben wird, wohingegen die göttliche Verfügung (Qadar) eine spezifische Bestimmung Allâhs oder die Art der Ausführung von Qadâ ist, also z. B., dass eine gewisse Person zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort sterben wird. Daher umfasst diese Säule den Glauben, dass Allâh alles erschuf und dafür ein passendes Maß festlegte.
 
Aspekte von Qadar:
 
1. Allâh weiß um alles, was geschieht. Sein Wissen umfasst alles.
 
2. Allâh hat alles auf der „Wohlbewahrten Tafel“ (Al-Lauh Al-Mahfûdh) niedergeschrieben.
 
3. Alles in den Himmeln oder auf Erden geschieht gemäß Allâhs Willen. Was Allâh will, findet statt und was Er nicht will, findet nicht statt.
 
4. Allâh ist der Schöpfer aller Dinge. Es gibt keinen Schöpfer neben Ihm.

Die Einheit Gottes

Der  Islam erlegt den Menschen den Glauben an die Einheit und Erhabenheit Gottes, des allmächtigen Schöpfers, Lenkers und Erhalters des Universums auf. Es gibt niemanden, der Seine Macht und Autorität mit Ihm gemeinsam hat. Er ist allgegenwärtig und allwissend.


Dieser Glaube befreit den Menschen von Ängsten und Aberglauben und macht ihm seine Pflichten Gott gegenüber bewusst. Der Glaube muss in die Tat umgesetzt werden, denn ein wahrer Glaube führt zu guten Taten.

Der Glaube an den Einen, Einzigen Gott führt zum Betrachten der Menschheit als eine einzige Familie, die unter der allumfassenden Allmacht Gottes steht.

Der Islam weist die Idee von einem auserwählten Volk zurück und sieht im Glauben an den Einen Gott und in den guten Taten den einzigen Weg, der ins Paradies führt. Somit besteht eine direkte Beziehung zwischen Mensch und Gott, ohne irgendeinen Vermittler.

 

Im Islam stellt die Beigesellung eines Geschöpfs als Partner neben Gott die größte Sünde dar. Somit gebietet der Islam das Praktizieren des reinen Monotheismus.

 

 

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

 

Sprich: "Er ist Allah, ein Einziger, (1)

Allah, der Absolute (Ewige, Unabhängige, von dem alles abhängt) (2)

Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden (3)

und Ihm ebenbürtig ist keiner." (4)

 

Koran, Sure Al-Ichlas